Wirkungen und Nebenwirkungen der Mariendistel

Die Wirkung der Mariendistel wird oft sofort mit ihren entgiftenden Eigenschaften in Verbindung gebracht. Auch wenn die Wirkung auf die Leber das Hauptanwendungsgebiet der Mariendistel darstellt, gibt es viele weitere interessante Anwendungsmöglichkeiten. Antivirale und entzündungshemmende Effekte stärken die Abwehrkräfte und können die Linderung vieler Beschwerden beschleunigen. Wer dabei auf eine Kombination mit Artischocke und Löwenzahn zurückgreift profitiert zusätzlich von positiven Wechselwirkungen.

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Die Mariendistel und die Leber

Die Wirkung der Mariendistel auf die Leber ist so umfangreich, das wir ihr einen eigenen Artikel gewidmet haben. Trotzdem wollen wir auf dieses Thema auch hier kurz eingehen. Der Flavonidkomplex Silymarin kann das Eindringen von Giften in die Leberzellen verhindern. Vor allem wird hier die Zerstörung der Zellmembranen unterbrochen. Zusätzlich hilft die Mariendistel bei der Ausleitung hapatotoxischer Stoffe. Die Regeneration der Zellen wird durch eine vermehrte Eiweißherstellung durch Aktivierung der Polymerase A gefördert. Die Rate der Zellreplikation steigert sich so um bis zu 30 Prozent.

Die oben genannten Eigenschaften der Mariendistel wirken sich nicht nur bei Vergiftungen und Lebererkrankungen wie Hepatitis positiv aus. Bei schulmedizinischen Behandlungen können so die Nebenwirkungen teils deutlich abschwächen. Gerade bei Behandlungen wie Chemotherapien und Bestrahlungen bietet sich daher die Einnahme der Distel an. Gleiches gilt bei Anästhesien.

Durch die Anregung der Galle wird außerdem allgemein der Stoffwechsel gefördert, was eine gesunde Verdauung sowie das Abnehmen begünstigt. Eine gesunde Leber wirkt sich darüber hinaus auch in anderen Lebensbereichen aus. So fühlen sich viele Menschen im Alltag vitaler und sind darüber hinaus häufig besser gelaunt, denn eine überlastete Leber wirkt auch auf die Psyche.

Die Mariendistel wirkt antioxidativ

Der Hauptwirkstoff Silymarin sorgt für die antioxidativen Wirkungen der Mariendistel. In entsprechenden Studien sanken die Entzündungswerte um 27 % und die Melandialdehydwerte um 12 %. Letztere stellen in der Medizin einen Marker für oxidativen Stress dar. Freie Radikale werden durch Silymarin neutralisiert. Zusätzlich wird die Produktion körpereigener Antioxidantien angeregt. Dies betrifft SOD (Superoxiddismutase), GPX (Gluthathionperoxidase) sowie TAC (Gesamtantioxidantienkapazität).

Freie Radikale stehen im Verdacht die Erkrankung an Krebs zu begünstigen. Außerdem haben sie einen wesentlichen Einfluss auf den Alterungsprozess. Antioxidantien schützen die Körperzellen allgemein vor dem schädigenden Effekt von freien Radikalen.

Einfluss auf Herzkreislauf / Blutdruck

In vielen Studien konnten positive Effekte zwischen der Einnahme von Mariendistelpräparaten und dem Herzkreislaufsystem sowie Blutdruck beobachtet werden. Besonders Diabetiker sind wegen erhöhter ADMA-Werte häufig von Gefässwandstörungen (endotheliale Dysfunktion) betroffen.

Außerdem gefährdet ein erhöhter Cholesterinspiegel die Herzgesundheit und erhöht zusätzlich die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall. In einer Studie von 2006 konnte die positive Auswirkung der Mariendistel auf den Cholesterinspiegel nachgewiesen werden. Die Heilpflanze hemmt zudem die Entwicklung von Hypercholesterinämie, einer Störung des Lipidstoffwechsel, die durch falsche und fettige Ernährung ausgelöst wird. Hypercholesterinämie kann Arteriosklerose, Nierenerkrankungen, Schlaganfall, Herzinfarkte und andere Erkrankungen verursachen.

Wirkungen auf das Kreislaufsystem auf einen Blick:

  • Silymarin gutes Lipoprofil, reduziert Konzentration von VDL Cholesterin
  • es reduziert Risiko von Fettleber, verbessert oxidativen Status im Blutkreislauf
  • Erhöhung von HDL Cholesterin (gutes Cholesterin) wirkt im Gegensatz zu LDL und VDL der Verkalkung von Arterien vor
  • wirkt nicht nur anti-cholesterinämisch, sondern wirkt auch gegen durch cholesterinreiche Ernährung ausgelöste Abnahme von Glutathion in der Leber

Mariendistel bei Diabetes

Ergänzend kann die Mariendistel zur Behandlung von Typ II Diabetes eingesetzt werden. Der Blutzuckerspiegel kann durch die Wirkung von Silymarin gesenkt werden. Außerdem kommt es häufig zu einer verbesserten Insulinsensitivität. Die enthaltenen Antioxidantien und weitere entzündungshemmende Stoffe können das Risiko, für mit Diabetes in Zusammenhang stehenden Krankheiten, reduzieren. Nierenentzündungen sind hierfür ein Beispiel.

In Bezug auf die Wirkung der Mariendistel auf Diabetes haben Wissenschaftler 83 Studien ausgewertet. Aus diesen wurden 5 repräsentative Versuche mit 270 Probanden ausgewählt. Diese Studien zeigen, dass eine regelmäßige Einnahme zu einer signifikanten Senkung des Nüchternblutzuckerspiegels und des HbA1c, einer Maßeinheit zur Blutzuckerkontrolle, führen kann. Kritiker merken jedoch an, dass auf Grund einer kleinen Gruppengröße sowie unterschiedlichen Darrreichungsformen und Dosierungen, die Qualität der Studien nicht ausreichend sei.

Magen & Darm

Schon lange wird die Mariendistel gegen den Reizmagen mit Symptomen wie Völlegefühl, Bauchschmerzen, Sodbrennen, Übelkeit und Blähungen eingesetzt. Das Anwendungsgebiet der Magen- und Darmkrankheiten ist ebenso ein Bereich, in dem auch ein Tee der Heilpflanze eine gute Verbesserung der Beschwerden versprechen kann. Die Bitter- und Gerbstoffe der Pflanze unterstützten nämlich die Verdauung und können ebenfalls appetitanregend wirken sowie die Magensäure regulieren. Durch die verstärkte Durchblutungen der Pfortader wirkt die Mariendistel schnell gegen Meteorismus (Blähbauch).

Die Wirkung bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist zwar nicht ausreichend erforscht um sie medizinisch wissenschaftlich zu belegen, aber es gibt zahlreiche positive Erfahrungen.

Das Immunsystem und die Mariendistel

Silymarin stimuliert das Immunsystem, zum einen durch die Erhöhung des Glutathionwertes, zum anderen werden durch die Erhöhung von Interferon-gamma, Interleutkin-4 und Interleukin-10 die Abwehrkräfte gestärkt. Dabei wirkt das Protein Interferon-gamma gegen Viren und auch Tumore, die Interleukine wirken als Botenstoffe entzündungshemmend.

Eine Studie die 2016 im Tierversuch durchgeführt wurde, belegt den positiven Einfluss von Mariendistelextrakt, allerdings sind weitere Studien am Menschen notwendig.

Glutathion und Silymarin

Glutathion ist die wichtigste körpereigene Antioxidans. Drei Aminosäuren sind Hauptbestandteil: Cystein, Glycin und Glutaminsäure. Die höchste Konzentration im Körper ist in der Leber vorzufinden, dort ist sie in hohem Maße am Entgiftungsprozess beteiligt.

Glutathion übernimmt wichtige Funktionen in der körpereigenen Abwehr. Ein niedriger Glutathionspiegel sollte daher vermieden werden. Für einen schnellen Abbau von Glutathion und eine darüber hinaus gehende Zellschädigung kommen verschiedene Einflüsse in Frage:

  • Viren
  • Bakterien
  • Schwermetalle
  • Strahlung
  • Medikamente
  • der natürliche Alterungsprozess

Die Folge sind eine verringerte Immunfunktion sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen. Die Einnahme von Silymarin kann dem effektiv entgegenwirken. Studien haben bereits gezeigt, dass der Wirkstoff die Bildung von Glutathionen in der Leber anregen kann.

Knochenerkrankungen (Osteoporose)

Osteoporose bezeichnet eine Erkrankung der Knochen, die die Dichte der Knochenmasse verringert und damit die Wahrscheinlichkeit für Knochenbrüche massiv erhöht. Häufig betroffen sind Frauen nach den Wechseljahren, es gibt aber auch einen Typ II Osteoporose, an der sowohl Frauen als auch Männer ab 75 erkranken.

Eine Studie von 2013 untersucht wie die Wirkstoffe der Mariendistel einen Verlust der Knochenmasse durch Östrogenmangel verhindern können. Dabei entsteht die Wirkung durch die Ähnlichkeit des Mariendistelextraktes mit dem Hormon Östrogen. Die Wirkung auf andere Osteoporose Typen ist nicht bestätigt.

Die Wirkung geht vermutlich von der Ähnlichkeit des Extraktes mit östrogenen Isoflavonen aus. Daher kommt die Mariendistel für eine mögliche Alternativ Behandlung zur Prävention postmenopausaler Osteoporose in Frage.

Pilzinfektionen

Auch bei Pilzinfektionen kann die Mariendistel erfolgreich eingesetzt werden. Der Hefepilz Candido albicans zum Beispiel kommt auch in einem gesunden menschlichen Körper vor. In der Regel ist er allerdings nicht in der Lage die Abwehr der Haut und des Immunsystems zu überwinden, so dass es nur zu oberflächigen Besiedlungen von Haut und Schleimhäuten kommt.

Ist die körpereigene Abwehr jedoch geschwächt, kann es zu Pilzinfektionen, Kandidose genannt, kommen. Häufig befallen sind dann Schleimhäute im Rachen-, Magen- oder Genitalbereich. 2016 wurde in einer Studie nachgewiesen, dass Silybinin die Zellen der Pilze abtöten kann. Silybinin wirkt also antimykotisch.

Antibiotikaresistenz und Mariendistel

Bei der Antibiotikaresistenz handelt es sich um eines der großen Probleme moderner Medizin, denn seit ihrer Entdeckung sind Antibiotika aus der Behandlung von bakteriellen Infektionen nicht mehr wegzudenken. Schädliche Bakterien können sich schnell neuen Umweltbedingungen anpassen und entwickeln so leicht ihre Resistenz gegen Antibiotika. Hauptauslöser sind eine falsche Einnahme von Antibiotika, diese dürfen zum Beispiel nach abklingen der Symptome nicht einfach abgesetzt werden, aber auch die Verwendung in der Massentierhaltung ist problematisch.

In Deutschland sterben nach Angaben der WHO jährlich ca. 6000 Menschen an den Folgen einer Antibiotikaresistenz. (Quelle)

Eine Studie (38) von iranischen Wissenschaftlern untersuchte die Wirkung von Silymarin auf Staphylococcus aureus, welche die häufigste Ursache für Wundinfektionen sind und entwickelten ein wirksames Medikament.

Im Versuch mit befallenen Mäusen wurde zum einen die Wirkung von freiem Silymarin und zum anderen von mit Silymarin beladenen Nanoliposomen untersucht. Das bedeutet nichts anderes, als das Fette zum Transport des Wirkstoffes benutzt werden. In der Studie (38) konnte die Wirksamkeit von Silymarin mit Nanotransportern gegen MRSA-Infektionen nachgewiesen werden.

Wirkungen auf das Gehirn

Silymarin wirkt schützend für die Gehirnzellen, was zu einem Großteil an der Verminderung von oxidativem Stress liegt. Eine Studie zeigt, dass die Wirkstoffe der Mariendistel

  • die amyloidogene Aktivität steigern und so das Risiko an Alzheimer zu erkranken senken
  • degenerationsbedingtem Parkinson vorbeugen
  • entzündungshemmend auf die Gehirnzellen wirken
  • eine kognitive Beeinträchtigung verhindern
  • das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden verringern

Trotz alledem sind sich die Mediziner untereinander nicht einig, ob die Konzentration der Wirkstoffe im Blut hoch genug werden kann, um die Blut-Hirn-Schranke zu passieren.

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Verursacht die Mariendistel Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen die im Zusammenhang mit der Einnahme von Mariendistelprodukten stehen treten sehr selten auf. In Ausnahmefällen kann es bei sehr hohen Dosierungen zu Übelkeit und Durchfall kommen.

Vorsicht ist allerdings bei Allergikern geboten. Liegt eine Allergie gegen Korbblütler vor, kann es zu Juckreiz, Hautausschlag und Atemnot kommen. Auch Histamin ist in der Mariendistel enthalten.

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